Humancology

Humancology ist in diesem Artikel als ein von mir nach Villém Flusser angewandtes anglifiziertes Kunstwort zu begreifen.

[Dieser Artikel wird mit freien Worten und nach Nicht-Zitaten gerade überarbeitet]

Buschbohnen [und ruchlose Gesellschaften]

Die grüne Buschbohne, Busch-Gartenbohne, Fisolen oder Höckerle ist ein Schmetterlingsblütler, eine hervorragende Eiweißpflanze und mit ca. 20% Eiweißgehalt der zweitbester Eiweißlieferant hinter der Sojabohnen.

Die Pflanze ist einjährig und kann gut aus den Samenkörnern gezogen werden. Sie bildet wenig Hauptwurzeln aus aber um so mehr verzweigte Flächenwurzel. Daher ist flächiges Gießen zur Wasserversorgung der Pflanze wichtig.

Die Seitenwurzeln charakterisieren sich dadurch, dass diese durch stickstofffixierende und symbiotisch lebende Knöllchenbakterien besiedelt sind. Von dieser Stickstofffixierung profitieren auch andere Pflanzen im umgebenden Erdreich.

Die Bohnen sind tagneutral, also scheren sich nicht um Hell-Dunkel-Rythmen oder Jahreszeiten bezüglich ihrer Ausbildung von Blüten und Früchten. Die Blüte und der Ertrag hängt von der der Wärmemenge ab, welche die Pflanze in ihrem Wachstum erhält. Aus diesem Grund scheint die Fläche neben der Glaswand zur Aula optimal für den Buschbohnenanbau, da hier Wärme reflektiert wird und im Boden gespeichert wird. Die Blütezeit der Pflanze ist von Juni bis September.

Grüne Bohnen sind roh genossen giftig. Der getrocknete oder rohe Kern ebenso, wie die grüne Schote. Der Hauptwirkstoff ist das Protein Phasin, welches aber beim Kochen vollständig zerstört wird. Phasin würde bei Einnahme Erbrechen, Durchfall, Krämpfen, Schock Hypokaliämie hervorrufen. Peter Köck, facillity manager der FH Vorarlberg erzählte mir, dass es in seiner Kindheit üblich war, von Müttern den Kindern 2-3 grüne und ungekochte Schote zu essen zu gaben, wenn sie unter unfähigem Mastdarmabgang litten. Schneller und abrupter Mastdamabgang und stundenlang auf´s Klo sitzen und dabei Koliken haben, das wollen wir nicht. Deshalb kochen wir die Bohnen und Schoten und essen sie nicht roh. Nein, das tun wir nicht. Auch nicht, wenn wir Verstopfungen haben.

Kurz blanchierte Bohnen können immer noch Mengen an giftigem Phasin enthalten. Einwenig länger kochen, bis die Schoten wenigstens gerade nur einwenig zwischen den Zähnen knirschen ist regelrecht ratsam für die Gesundheit und die der Gäste. Sicherheitshalber, noch zwei Minuten bei nicht kochendem Wasser ziehen lassen. Das tut der grünen Bohne nichts ab dem Geschmack und der Konsistenz. Aus diesem Grund, die Bohnen immer vor dem Verzehr gut durchkochen, auf Medium der Bissfestigkeit und zu Gunsten einer niederen Bitterkeit.

Der Nährwert der Bohne ist sehr hochwertig im Verhältnis zu anderem essbarem Gemüse und Garten-Nutzpflanzen.

Die Buschbohne hat einen hohen Proteingehalt, enthält viele essentielle Aminosäuren, Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen und Vitamin C, E, B2 und B6, sowie das Provitamin Betacarotin, aus welchem wir schlussendlich in unserem Körper Vitamin A produzieren. Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, welche wir in unserem Körper nicht selbst herstellen können und daher auf Zufuhr von Aussen, durch verschiedene Nahrungsmittel angewiesen sind.

Das Anbauverfahren der Buschbohne ist relativ einfach. Sie benötigt keine wesentliche Kletter- oder Rankhilfe. Da sie ja eine buschbildende Pflanze ist, kommt sie ungleich der Rank-Bohnen ohne Kletterhilfe aus.

Die Buschbohnen eignen sich sehr gut für Mischkulturen (auf Grund der erwähnten Stickstofffixierung). Die Saattiefe der Bohnenkörner beträgt 2-3 cm, wobei die gesamte Bodentiefe etwa 25 cm sein sollte. Die Keimtemperatur muss mindenstens 12 °C betragen, also erfolgt die Aussaat am besten nach den Eisheiligen (Mitte Mai bis Ende Mai) in unseren momentanen Breiten. Der Climate-Change wird uns die nächsten Jahre aktualisieren.

Die Gartenbohne wird meistens „unreif“ geerntet, das heisst, solange die Schote noch grün ist. Die Bohnenschote muss gekocht (und nicht nur blanchiert) werden (siehe oben: Giftwirkung) und kann anschliessend in der Küche weiterverarbeitet werden, für Salate, Beilagen und andere Kreationen.

Zur Weitervermehrung der Buschbohne sollten bis Herbst einige ausgesuchte Bohnenschoten an der einzelnen Pflanze zur Ausreifung hängen gelassen werden. Reif ist die Schote, wenn die Schale  im Herbst unserer Zeit „verhärtet“. Diese Schoten können dann im Herbst geerntet werden. Nach dem Ernten kann man die Schoten aufbrechen und die darin enthaltenen Samen für den nächsten Anbau trocken bis zum Frühjahr lagern. Solange es sich nicht um Hybriden handelt.

Hybriden kreuzen sich zurück und können im Giftspektrum sehr toxisch sein. Siehe zukünftiges Kapitel "Zucchini". 

 

Ein wenig grüne Anarchie

Für mich bedeutet Anarchie nicht eine kämpferische Haltung einzunehmen, sondern lediglich die Abwesenheit von dominierender Herrschaft. Einen solchen herrschaftslosen Raum, eine autonome Zone muss man sich selber schaffen oder besser, man kann diese Räume aufsuchen. Es gibt viele davon.

Was bedeutet nun grüne Anarchie im Gemüsebau?

Wenn ich zurückdenke, in de Siebzigern, als ich als Junge mit meinen Eltern in einer Eisenbahnersiedlung wohnte, war es üblich, dass viele Familien von dort ein Stück Ackerfläche gepachtet hatten und sich Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen und Wintergemüse wie Kohl, Wirsing und Kohlsprossen, Kraut und Rüben anpflanzten. Die Keller waren damals in den Siedlungen kalt, nicht wärmegedämmt und konnten, wenn ma das geerntete Gemüse gut und fachgerecht einlagerte, den Speiseplan einer Familie über den Winter recht gut bereichern. Damals gab es zudem noch mietbare Eisschränke, so wie heute Aufbewahrungsschränke bei Bahnhöfen im Sinne von Gepäckstückaufbewahrung. Einen solchen Eisschrank hatten auch meine Eltern in Bludenz gemietet. Kühltruhen kamen erst später in die Haushalte. Der Eisschrank war immer voll. Voll mit Gemüse, welches meine Mutter kurz blanchiert und in portionierten Säckchen eingefroren hatte, sie hatte spezielle Mischungen wie Karotten, Bohnen mit Sellerie für Suppen und Eintöpfe aber auch Fleisch wurde eingefroren. Die Nachbarn taten sich zusammen, sie hatten sich bei einem Bauern ein Schwein zur Mast „gekauft“. Zerteilt und aufgeteilt wurden die zwei Schweinehälften zu Hause in der Küche. Inklusive Kopf. Aus dem wurde Sülze gemacht. Portioniert und zum tiefkühlen verpackt, fanden die Stücke den Weg in den kommunalen Gefrierschrank.

Weg vom Schwein, hin zum Acker 

Ein Stückchen Acker von 300 – 500 Quadratmeter gibt bei ein – zwei mal wöchentlichem Pflegeaufwand Gemüse und Essbares für einen ganzen Winter für eine Kleinfamilie her. Ackerbau wirft echt was ab, dachte ich mir damals. Mir hat das Jäten und Ernten, das Beobachten, wie Pflanzen wachsen als kleiner Junge immer sehr gefallen. Vielleicht haben mich meine Eltern damit geprägt. Auf dem Acker zu sein bedeutete für mich Freiheit und Unabhängigkeit. Es war für mich wie ein Stück gefundenen und von mir in Anspruch genommenen anarchischen Raums.

Soviel zu Anarchie im Gemüsebau.

Jedoch, wie verhält es sich heute?

Leider werden solche freien, anarchischen Zonen immer rarer und seltener. Es gibt zwar die Möglichkeit, Schrebergärten zu pachten, jedoch die Chance, richtiges Ackerland zu pachten gibt es selten. Mir geht es hier nicht um das Thema „Selbstversorger“, es geht mir mehr um das Verständnis zur Natur und Umwelt. Ich denke, jeder sollte einmal seine Kartoffeln selbst anpflanzen und ernten, wenigstens einen Salat oder eine Buschbohne zuhause am Balkon für sich pflegen und verstehen, wie ergiebig und wie langlebig so eine Pflanze sein kann. Und natürlich, wie die Ernte in Intervallen immer wieder den Weg in die Küche findet.

Wenigstens haben sich die kleinen Kräuter-Balkon-Ecken etabliert. Sie sind vielleicht der letzte Aufschrei der Gesellschaft für den Erhalt der letzte, kleinen autonomen grünen Zonen in unserem Land. Momentan fast schon eine Modeerscheinung. Im zweiten Weltkrieg wurde in Amerika der sogenannte „Victory Garden“ propagiert.

Städtischer Gartenbau wird betrieben, seit es Städte gibt. Wegen der geringen Haltbarkeit vieler Lebensmitteln war es bis zu der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Verbesserung von Transportmöglichkeiten nicht möglich, diese weit zu transportieren. Städte wiesen deswegen in der Regel Viertel auf, in denen frisches Obst und Gemüse produziert wurden (Marktgärten). Der deutsche Landbesitzer und Wirtschaftsgeografen Johann Heinrich von Thünen entwickelte im 19. Jahrhundert ein Landnutzungsmodell (die sogenannten Thünensche Ringe), das die Nachfrage der Stadtbevölkerung und die Transportkosten und -möglichkeiten gewichtete. Eine rational handelnde Bevölkerung baute in unmittelbarer Nähe der Städte schnell verderbliche Lebensmittel an, die auf den Märkten der Stadt hohe Preise erzielen konnte. Je transportfähiger ein Lebensmittel war, desto weiter entfernt wurde es von den Absatzmärkten angebaut.[8] Eine Reihe von schnell verderblichen Lebensmitteln traf auf so hohe Nachfrage, dass der Anbau trotz des knappen und teuren Raums in den Städten stattfand. In Paris befanden sich beispielsweise in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Stadtgärten im Bezirk Le Marais, der heute dem 3. und 4. Arrondissement entspricht.[9] Geschätzte 8.500 selbständige Gärtner bauten auf etwa 1400 Hektar, ein Sechstel der Stadtfläche von Paris, Obst und Gemüse an. Der jährliche Ertrag wird auf 100.000 Tonnen geschätzt.[10] Die Abhängigkeit der Stadtbevölkerung wurde auch während Kriegszeiten thematisiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien und Deutschland wurde die Bevölkerung aufgefordert, jede verfügbare Fläche für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen („Dig for Victory“). Im englischsprachigen Raum nannte man diese Form des Gartenbaus Victory Gardens.

In der heutigen Zeit wird dem städtischen Gartenbaus erneut höhere Aufmerksamkeit zuteil. Der Lagerbestand von Supermärkten ist, insbesondere bei verderblichen Waren, auf einen Verkauf innerhalb von drei Tagen ausgerichtet.[11] Die Blockade von Transportwegen während eines Streiks britischer Lastwagenfahrern und Landwirten im Jahr 2000 und Naturkatastrophen wie der Hurrikan Katrina im Jahr 2005 haben gezeigt, dass es in Großstädten nach drei Tagen zu massiven Versorgungsengpässen kommt, wenn diese vom Umland abgeschnitten sind.[12] Ewen Cameron, Baron Cameron of Dillington, der Leiter einer Kommission, die im Auftrag der britischen Regierung die Versorgungslage von britischen Städten untersuchte, umschrieb 2007 die störanfällige Versorgungslage mit nine meals from anarchy (neun Mahlzeiten bis zur Anarchie).[13]

An der Humboldt-Universität zu Berlin wurde an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät im Institut für Gartenbauwissenschaften im Januar 2003 die erste Professur für Urbanen Gartenbau (seit 2009 Urbane Ökophysiologie der Pflanzen) in Deutschland eingerichtet.[14] In Bamberg soll das vom Bund geförderte Modellprojekt Urbaner Gartenbau die bestehenden Strukturen innerhalb der Stadt stärken und als Vorbild für zukünftige Projekte dienen.

•In Moskau und St. Petersburg, beides Städte, in der die Bevölkerung immer wieder schlechte Versorgung mit Lebensmitteln durchlebt, bauen 65 respektive 50 Prozent der Stadtbevölkerung einen Teil ihrer Nahrungsmittel selbst an.[15]

•In Kuba führte der Zusammenbruch der Sowjetunion, dem bis dahin wichtigsten Handelspartner, zu weitreichenden Versorgungsproblemen. Bis dahin war Kuba in der Lage, durch den Verkauf von Zucker an die Sowjetunion zu Preisen, die über dem Weltmarktniveau lagen, den Import von zwei Drittel der benötigten Lebensmittel, den gesamten Ölbedarf und 80 Prozent seiner landwirtschaftlichen Maschinen zu finanzieren.[16] In Kuba wurde die Versorgung der Bevölkerung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von großen, auf den Einsatz von Traktoren angewiesenen Farmen auf organoponicos, kleine landwirtschaftliche Betriebe in oder am Rande von Städten umgestellt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stammten 90 % der frischen Lebensmittel, die in Havanna verkauft wurden, aus solchen organoponicos, die weder auf große landwirtschaftliche Maschinen angewiesen sind noch einen hohen Ölbedarf haben, um ihre Produkte zum Verbraucher zu transportieren.[17]

•Zu den bekannteren Beispielen zeitgenössischen städtischen Gartenbaus zählen zwei Projekte im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Die später zwangsgeräumte South Central Farm wurde von lateinamerikanischen Immigranten errichtet, deren verarmter Stadtteil mit Supermärkten unterversorgt war. Sie nutzten eine Stadtbrache für den Anbau frischer Lebensmittel und als sozialen Treffpunkt. Langfristig erfolgreicher war die Fairview Gardens Farm in einem Vorort von Santa Barbara, die 1997 als eines der ersten landwirtschaftlichen Anbaugebiete der USA unter Schutz gestellt wurde.

Kürbis